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Wort des Tages

Donnerstag der 27. Woche im Jahreskreis

Thursday, October 8, 2026 · in memory of Ben
Eine Andacht, die der Messe folgt – kein Ersatz dafür.
Begrüßung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen.

Bußakt

Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.

♪ “Kyrie - Version B (Liturgical)” — A song for Ben
Wortgottesdienst
Lesung · Galater 3,1-5
O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, euch, denen Jesus Christus als der Gekreuzigte vor Augen gemalt wurde? Nur das eine möchte ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist durch Gesetzeswerke empfangen oder durch die Botschaft des Glaubens? Seid ihr so unverständig? Habt ihr, die ihr mit dem Geist begonnen habt, nun mit dem Fleisch geendet? Habt ihr so Großes umsonst erfahren? – wenn es wirklich umsonst war. Der euch also den Geist schenkt und Wunderkräfte unter euch wirkt, tut er es durch Gesetzeswerke oder durch die Botschaft des Glaubens?
Antwortpsalm · Lukas 1,69-70.71-72.73-75
♪ “The Lord is my light” — Br Michael Herry fms — Marist Music
Evangelium · Lukas 11,5-13
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer von euch, der einen Freund hat, ginge um Mitternacht zu ihm und sagte: Freund, leih mir drei Brote, denn ein Freund von mir ist auf seiner Reise bei mir angekommen und ich habe ihm nichts anzubieten. Und jener würde drinnen antworten: Belästige mich nicht! Die Tür ist schon verschlossen und meine Kinder sind bei mir im Bett. Ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Wenn er auch nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn eine Schlange reichen, wenn er um einen Fisch bittet? Oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels; denn er hat sein Volk besucht.
Predigt

Stellen Sie sich für einen Moment ein Bild vor, das so alltäglich ist, dass man es fast übersieht: Ein Vater, der spät in der Nacht an der Tür seines Nachbarn klopft. Er hat nichts, um seinen unerwarteten Gast zu bewirten. Er steht da, die Hände leer, das Herz schwer vor Sorge um die Gastfreundschaft, die er nicht erfüllen kann. Es ist eine Szene der menschlichen Ohnmacht. Er hat keine Brote, er hat keine Vorräte, er hat nur die dringende Bitte: ‚Leih mir drei Brote.‘

Wie oft haben wir uns in den letzten Monaten so gefühlt? Als stünden wir vor einer verschlossenen Tür, mitten in der Nacht unseres Lebens, und hätten nichts mehr zu geben – keine Kraft, keine Antworten, keine Hoffnung, die wir unseren eigenen Herzen oder denen, die wir lieben, anbieten könnten. Wir stehen da, wie der Mann im Evangelium, und klopfen an, weil wir nicht mehr weiterwissen. Wir klopfen an, weil wir den Schmerz tragen, den Verlust von Benjamin, die Stille, die in den Räumen zurückgeblieben ist, und den Wunsch, einfach nur für einen Moment wieder ‚genug‘ zu haben, um den nächsten Tag zu überstehen.

Benjamin, unser geliebter Ben, war ein Junge, der das Leben mit einer solchen Neugier und Brillanz anpackte, dass es uns heute noch staunen lässt. Er war nicht nur der junge Mathematiker, der Cloud-Infrastrukturen verstand, als wären es Spielzeuge; er war der Junge, der in jeder Situation das Licht suchte. Denken Sie an den Moment, als er in einem fernen Land, in Bangkok, trotz der Warnungen seiner Eltern unbedingt das scharfe Pad Thai probieren wollte. Er wusste, es würde brennen, er wusste, es wäre intensiv – und doch wollte er es wagen. Und als er dann da saß, die Tränen in den Augen vor Schärfe, aber gleichzeitig kichernd und lachend vor purer Lebensfreude, da zeigte er uns, wer er war: Ein Kämpfer, der vor dem Leben nicht zurückwich, sondern es mit einem Lächeln umarmte. Er war kein Junge, der sich vor der Intensität des Seins fürchtete.

Doch heute, drei Monate nach seinem Heimgang, ist die Schärfe des Lebens für Sie, liebe Thao und lieber Alan, zu einer anderen geworden. Es ist nicht mehr die Schärfe eines Essens, sondern die Schärfe des Vermissens. Ich weiß, wie die Nächte sind. Ich weiß, wie die Stille um drei Uhr morgens manchmal den Namen ‚Mẹ‘ flüstert, wie es in den Ohren der Mutter hallt, ein Echo, das so zärtlich und doch so schmerzhaft ist. Und ich kenne diesen anderen, dunklen Schatten, der sich manchmal in die Gedanken schleicht: die Frage, ob man etwas hätte tun können. Hätte man besser aufpassen müssen? War da ein Zeichen, das man übersehen hat? Dieser quälende Gedanke, dass man als Eltern versagt hätte, ist eine Lüge, die aus der Erschöpfung des Kummers geboren wird. Lassen Sie mich diesen Stein heute ganz behutsam von Ihrer Seele nehmen: Sie haben nichts versäumt. Sie haben Benjamin geliebt, wie man nur lieben kann – mit jeder Faser Ihres Seins, mit jedem Atemzug. Gott klagt Sie nicht an, und Sie dürfen sich selbst nicht anklagen. Die Krankheit, die ihn zu Gott heimrief, war kein Fehler, kein Versagen, keine Strafe. Sie war ein Sturm, gegen den kein menschliches Wachen bestehen konnte. Sie sind frei von dieser Schuld. Gott hält Benjamin jetzt, und er hält Sie.

Jesus sagt im heutigen Evangelium: ‚Was für einen Vater unter euch gibt es, der seinem Sohn eine Schlange reicht, wenn er um einen Fisch bittet?‘ Er spricht hier direkt zu unserem Herzen. Er weiß, dass wir uns manchmal fragen, warum unsere Gebete nicht so beantwortet wurden, wie wir es uns wünschten. Wir haben um das Leben gebeten, um die Gesundheit, um noch viele Jahre mit Ben. Und doch: Jesus verspricht uns nicht, dass wir vor jedem Schmerz bewahrt bleiben. Er verspricht uns etwas viel Tieferes: Er verspricht uns den Heiligen Geist. Er verspricht uns, dass er uns genau das gibt, was wir wirklich brauchen, um in der Dunkelheit nicht zu verzweifeln.

Paulus schreibt im Galaterbrief: ‚Habt ihr den Geist durch Gesetzeswerke empfangen oder durch die Botschaft des Glaubens?‘ Er fordert die Galater heraus, nicht in die Falle zu tappen, zu glauben, man müsse sich Gottes Liebe verdienen oder durch korrektes Handeln das Schicksal erzwingen. Nein, der Glaube ist ein Geschenk. Es ist das Vertrauen, dass Gott uns auch dann hält, wenn unsere Hände leer sind. Benjamin hat das auf seine Weise gelebt. Erinnern Sie sich an den Moment, als er von der Krankheit seines Onkels William hörte? Er wollte sein ganzes Erspartes hergeben, ohne zu zögern. Er hat es nicht getan, weil er ein ‚Gesetz‘ befolgte, sondern weil sein Herz einfach überfloss vor Liebe. Das ist der Geist, von dem Paulus spricht. Das ist die Liebe, die nicht rechnet, die nicht fragt: ‚Was bekomme ich dafür?‘, sondern die einfach nur gibt. Ben hat uns das hinterlassen: Ein Leben, das wie ein offenes Fenster war, durch das die Liebe Gottes direkt in unsere Welt strömen konnte.

Ryan, mein lieber Junge, ich spreche heute zu dir. Ich weiß, wie sehr du deinen Bruder vermisst. Ihr wart ein Team, zwei Brüder, die zusammen die Welt entdeckten, die zusammen lachten und planten. Dein Bruder Benjamin ist nicht fort. Er ist dir näher, als du es mit den Augen je sehen könntest. Er ist wie das Echo deines Lachens, wie der Wind, der dich an die gemeinsamen Abenteuer erinnert. Er möchte, dass du lebst, dass du mutig bist, dass du deine eigenen Träume verwirklichst. Wenn du dich einsam fühlst, dann sprich mit ihm; er hört dich in der Stille deines Herzens. Er ist dein großer Bruder im Himmel, der nun dort ist, wo es keine Schmerzen mehr gibt, und der auf dich wartet. Lebe für ihn mit, sei mutig, sei fröhlich, so wie er es war.

Und an alle, die heute von fern oder nah zuhören – an jede Familie, die einen schweren, unsichtbaren Kreuzweg trägt: Wisse, dass du nicht vergessen bist. Gottes Liebe ist wie ein unendlicher Ozean, der deine Tränen auffängt. Wie jener Brunnen, der in Cà Mau in Bens Namen gegraben wurde, um durstigen Menschen sauberes, kühles Wasser zu schenken, so fließt auch die Liebe dieses Jungen weiter in dieser Welt. Sie ist nicht versiegt im Tod. Sie spendet Leben, sie tröstet, sie erinnert uns daran, dass das Gute niemals verloren geht. Gott vergisst keinen Tropfen Liebe, den wir gegeben haben.

Wenn wir heute das Gebet des Herrn sprechen, dann denken wir an das ‚tägliche Brot‘. Es ist nicht nur das Brot für den Hunger des Leibes, sondern das Brot für den Hunger der Seele. Gott gibt uns heute dieses Brot: die Gewissheit, dass Benjamin ‚nach Hause‘ gekommen ist. Er ist nicht verloren gegangen; er wurde gefunden. Er ist am Tisch des ewigen Vaters, dort, wo er nicht mehr nach den ‚Con Chim Airlines‘ suchen muss, weil er bereits im Licht fliegt. Er wartet auf uns. Er schaut auf uns herab, und er lächelt, so wie er immer gelächelt hat – dieses sanfte, reine Lächeln, das die Welt ein Stück heller gemacht hat.

Gehen Sie heute mit diesem einen, kleinen Gedanken aus dieser Stunde: Die Liebe, die Sie für Benjamin empfunden haben und die er Ihnen schenkte, ist stärker als der Tod. Sie ist das Band, das Sie für immer verbindet. Bewahren Sie seine Neugier im Herzen, lächeln Sie, wenn Sie an sein ansteckendes Gekichern bei den Geschichten von ‚Con Chim Airlines‘ denken, und vertrauen Sie darauf, dass er gut aufgehoben ist am Tisch des ewigen Vaters. Der Herr halte seine schützende Hand über Sie, er tröste Ihre Herzen, und sein Friede begleite Sie heute und an jedem kommenden Tag. Amen.

Meditation
♪ “Deine Liebe trägt (Organ & Cello)” — A song for Ben
Fürbitten

For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:

“Lieber Ben, im Schlaf hat Huy gesehen, wie du ihn besucht und ihm ein Gebet überbracht hast, damit ihr beide einander wiederfinden könnt. Möge Gott dein Gebet gnädig erhören und dir ewigen Frieden bei Ihm schenken. Wenn es möglich ist, besuche Huy bitte wieder in seinen nächsten Träumen, und sei es nur für einen Gruß oder ein liebevolles Lächeln wie früher.”
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Ben, mein süßer Junge, ich vermisse dich so sehr. Danke, dass du mich und Chú Chris letzte Nacht besucht hast. Er hat mir erzählt, dass er dich einen Helikopter fliegen sah – so frei, fröhlich und stark da oben. Hier unten weinen deine Mutter und ich jeden Tag mehr. Ein Teil meines Herzens fühlt sich ohne dich völlig abgestorben an, Ben. Bitte wache über uns, bete für deine Mutter, deinen Bruder Ryan und mich und gib uns die Kraft, weiterzumachen. Wir lieben dich für immer.” — Dad
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Lieber Ben, im Schlaf hat Huy gesehen, wie du ihn besucht und ihm ein Gebet überbracht hast, damit ihr beide einander wiederfinden könnt. Möge Gott dein Gebet gnädig erhören und dir ewigen Frieden bei Ihm schenken. Wenn es möglich ist, besuche Huy bitte wieder in seinen nächsten Träumen, und sei es nur für einen Gruß oder ein liebevolles Lächeln wie früher.”
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Heute sind es 100 Tage ohne dich. Ich vermisse dich unheimlich, Ben. Komm gerne jederzeit zu Besuch! Wir sehen uns, Kumpel! Hab dich lieb!” — Dad
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Ben, heute war M in Cam Ranh, um Unterlagen zu erledigen, und kam am Flughafen Cam Ranh vorbei. Da kamen die Gespräche über Flugzeuge mit Ben wieder hoch, und ich musste an so viele Erinnerungen mit Ben denken (M wird sie für sich behalten, hahaha). Kleiner Teufel, auf einmal an dich zu denken, macht mich so traurig. Geh an all die Orte, an die Ben wollte, und vergiss nicht, immer an unsere Familie zu denken. Ich hab dich sehr lieb, kleiner Bruder. Wenn doch nur !!!!!!!!!”
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Was ist passiert, mein Sohn? Es ist 3 Monate her, seit du uns verlassen hast. Ich vermisse dich so sehr, dass mein ganzer Körper schmerzt. Mama weint jetzt jeden Tag... Was sollen wir jetzt tun, Ben? Bitte bete für uns.” — Dad
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Hey Ben, Rafael Rizzo und sein kleiner Bruder Ben brauchen gerade wirklich deine Hilfe. Bitte segne sie mit guter Gesundheit und gib ihnen die Kraft, das gemeinsam durchzustehen. Bitte wache auch über die Gesundheit von Brandon und Flor. Ich vermisse dich unheimlich. Ich weiß, dass du oben im Himmel bist und auf uns alle aufpasst. Wann immer du kannst, komm mal auf einen Besuch vorbei, ja? Ich liebe dich und vermisse dich so sehr!” — Dad
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.
“Hey Ben – ich vermisse dich unendlich. Gestern habe ich den ganzen Tag geweint, ich hoffe, heute wird es besser. Bitte begleite unsere Familie durch diese Trauer... Da ist ein 14-jähriger Junge, der die Erde gerade erst am 12. August verlassen hat... Sein Name ist Phero Aden Vo – such nach ihm, vielleicht könnt ihr Freunde werden... Bitte bete für mich und Mama, dass wir Gesundheit und Kraft haben. Ich liebe und vermisse dich, Ben” — Dad
… vertrauen wir Ben an, der es zum Herrn trägt.
℟ Ben, bitte für uns.

🕯 Zünden Sie Ihre eigene Kerze an der Gebetswand an →

Das Gebet des Herrn

Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Geistliche Kommunion
Mein Jesus, ich glaube, dass du im allerheiligsten Sakrament des Altares wirklich gegenwärtig bist. Ich liebe dich über alles und sehne mich danach, dich in meine Seele aufzunehmen. Da ich dich jetzt nicht sakramental empfangen kann, komm wenigstens geistlicherweise in mein Herz. Ich umfange dich, als wärst du schon gekommen, und verbinde mich ganz mit dir. Lass niemals zu, dass ich mich von dir trenne. Amen.
Kommunionlied
♪ “Gast bei dir (Liturgical Organ)” — A song for Ben
Segen

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen.

✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Schlusslied
♪ “Deine Gnade trägt (Version A - Choir)” — A song for Ben
Frühere Tage
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