Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir sind hier versammelt, um im Licht des Wortes Gottes Trost zu finden und uns in der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu stärken.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Stellen Sie sich für einen Moment ein ganz alltägliches Bild vor: Einen Jungen, der mit konzentriertem Blick vor einem Computer sitzt, die Finger flink über die Tastatur gleitend, während er an einem Code-Projekt arbeitet. Vielleicht ist es eine Anwendung für seine fiktive 'Con Chim Airlines', vielleicht ein Spiel, das er gerade entwirft. Wir kennen Benjamin Vo als diesen brillanten Geist, der mit einer Selbstverständlichkeit in die Welt der Cloud-Infrastruktur eintauchte, als würde er die Sprache der Zukunft bereits fließend beherrschen. Aber lassen Sie uns heute einen Schritt zurücktreten von der Brillanz seines Verstandes und auf das schauen, was diesen Jungen wirklich ausmachte: seine unbändige, sanfte Neugier. Er war ein Junge, der die Welt nicht nur verstehen, sondern an ihr teilhaben wollte. Er war derjenige, der die Welt mit einer Kamera oder einem wachen Auge für Flugzeuge in Tokyo, Beijing oder Seoul betrachtete und dabei immer dieses eine Ziel hatte: die Schönheit und die Weite des Lebens einzufangen.
Heute, drei Monate nach seinem Heimgang, stehen wir hier und fühlen vielleicht dieselbe Leere, von der Paulus im Korintherbrief spricht. Er schreibt: 'Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube leer.' Das sind harte, direkte Worte. Paulus spricht hier von der Gefahr, dass unser Leben, unser Hoffen und unser Lieben in der Bedeutungslosigkeit versinkt, wenn der Tod das letzte Wort hätte. Er spricht von einer Welt, die 'pitiable' wäre, wenn sie nur auf dieses Leben begrenzt bliebe. Wir kennen diesen Schmerz. Wir kennen die Tage, an denen die Stille im Haus nach dem 13. Juni 2026 so laut wird, dass sie alles andere übertönt. Wir kennen die Momente, in denen wir uns fragen: War alles, was Benjamin war, alles, was er an Liebe gab, nur ein flüchtiger Schatten?
Doch hören Sie, was Paulus darauf antwortet: 'Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.' Das ist der Haken, an dem wir uns festhalten können. Das ist das Licht, das in den Raum fällt. Benjamin ist nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Er ist in der Fülle dessen geborgen, der das Leben selbst ist. Wenn wir an Ben denken, an seine Art, wie er mit seinem Bruder Ryan unterwegs war, wie er respektvoll und liebevoll auf seine Eltern zuging, dann sehen wir keine 'leere' Existenz. Wir sehen ein Leben, das wie eine kostbare Saat in die Erde gelegt wurde, um in einer Weise aufzugehen, die wir hier nur erahnen können. Er ist bei Gott. Er ist in der Gemeinschaft derer, die Gott von Angesicht zu Angesicht schauen.
Ich weiß, Thao und Alan, wie schwer diese Monate waren. Ich weiß, dass es Momente gibt, in denen die Selbstvorwürfe wie dunkle Wolken aufziehen. Man fragt sich: Habe ich etwas übersehen? Hätte ich etwas anders machen können? Warum musste dieser Weg so aussehen? Ich möchte heute, im Licht der Auferstehung, ein Wort der absoluten Befreiung zu Ihnen sprechen: Krankheit ist niemals eine Strafe Gottes. Sie ist kein Versagen Ihrer elterlichen Fürsorge. Sie haben Ben nicht verloren, weil Sie in irgendeiner Weise versagt hätten. Manche Sorgen und Leiden in dieser Welt kommen wie ein Sturm, der jenseits jeder menschlichen Kontrolle liegt. Kein Wachen, kein Planen, kein Wissen hätte das verhindern können. Gott klagt Sie nicht an, und Sie dürfen sich selbst nicht länger anklagen. Lassen Sie diese Steine fallen. Sie sind frei von dieser Schuld. Gott sieht nicht auf Fehler, er sieht auf die Liebe, die Sie Ben entgegengebracht haben – eine Liebe, die ihn zu dem sanften, gütigen Jungen gemacht hat, der er war.
Im heutigen Evangelium sehen wir Jesus, wie er von Stadt zu Stadt zieht, begleitet von den Zwölfen und von Frauen, die ihn unterstützen. Da ist Maria aus Magdala, da ist Johanna, da ist Susanna. Sie alle haben etwas mit Jesus erlebt, das ihr Leben grundlegend verändert hat. Sie sind nicht bloße Zuschauer; sie sind Teil seiner Sendung. Sie haben aus ihren Mitteln für ihn gesorgt. Das erinnert mich so sehr an Ben. Er war ein Junge, der verstand, was es heißt, sich zu verschenken. Denken Sie an die Geschichte mit seinem Sparschwein, als er seinem Onkel William helfen wollte. Er hat es nicht zerstört, er hat es nicht geleert – es war nicht nötig. Aber das Angebot selbst, diese unaufgeforderte Bereitschaft, alles, was er besaß, für einen leidenden geliebten Menschen hinzugeben, ist ein Abglanz der Liebe Gottes. Er war ein Junge, der das Evangelium nicht nur las, sondern lebte. Er war ein Teil der Gemeinschaft, die Jesus folgt.
Ryan, mein lieber Junge, dein Bruder ist nicht einfach fort. Er ist in der Liebe Gottes. Er ist dein großer Bruder, der dich jetzt aus einer Nähe begleitet, die keine Distanz mehr kennt. Du vermisst ihn, und das ist ein Zeichen dafür, wie tief eure Verbindung ist. Er möchte, dass du lebst, dass du mutig bist, dass du neugierig bleibst – genau wie er es war. Er möchte, dass du die Welt entdeckst, dass du weiter träumst, vielleicht sogar von einer 'Con Chim Airlines', die in deinem Herzen weiterfliegt. Du bist nicht allein. Die Liebe, die ihr geteilt habt, ist ein Band, das stärker ist als der Tod. Sie ist Teil der Auferstehung, von der Paulus spricht.
Wenn wir heute auf unser Leben schauen, dann fühlen wir uns oft wie die Jünger, die erst nach der Auferstehung begriffen, was Jesus meinte. Wir sind noch im 'Dazwischen'. Wir sind in der Zeit der Trauer, in der Zeit der Sehnsucht. Aber der Glaube ist nicht die Abwesenheit von Schmerz; der Glaube ist die Gewissheit, dass der Schmerz nicht das Letzte ist. Gott selbst ist bei uns. Er ist in der Träne, die wir vergießen, er ist in der Erinnerung, die uns zum Lächeln bringt, er ist in der Stille, die wir gemeinsam aushalten. Ben ist jetzt dort, wo kein Schmerz mehr ist, wo das Wissen vollständig ist und die Liebe keine Grenzen mehr hat. Er ist bei dem jungen heiligen Carlo Acutis – zwei moderne, helle Seelen, die uns zeigen, dass man auch in einer technisierten Welt ein Herz für Jesus haben kann. Sie interzedieren für euch. Sie sind eure Fürsprecher.
Ich möchte, dass Sie heute etwas mit nach Hause nehmen, das Sie in der Hand halten können. Wenn die Trauer Sie überkommt, dann suchen Sie nicht nach der großen Antwort auf das 'Warum'. Suchen Sie stattdessen nach einer kleinen Geste der Liebe. Vielleicht ist es ein kurzer Moment, in dem Sie an Ben denken und dabei lächeln – nicht weil es nicht mehr weh tut, sondern weil die Liebe stärker ist als der Schmerz. Vielleicht ist es ein Moment der Stille, in dem Sie Ryan in den Arm nehmen, oder ein kurzes Gebet, in dem Sie Ihren Schmerz einfach nur in Gottes Hände legen. Gott hält Sie fest. Er hält Ben. Er hält Ihre Zukunft in seinen Händen. Bleiben Sie in diesem Frieden. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns und behüte uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und schenke uns seinen Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.