Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir versammeln uns heute in der Gegenwart Gottes, der uns mit jeder geistlichen Segnung in Christus beschenkt hat.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Stellen Sie sich für einen Moment ein Bild vor, das so schlicht und doch so tief ist, dass es uns mitten in den Alltag zurückholt: Ein Junge, der in einer ruhigen Stunde auf dem Boden sitzt, umgeben von Plänen, Skizzen und einer kindlichen, aber brillanten Vorstellungskraft, wie er seine eigene Fluggesellschaft – 'Con Chim Airlines' – entwerfen könnte. Benjamin Vo war ein solcher Junge. Er hatte einen Verstand, der die Welt der Cloud-Infrastruktur und der Logik mit der Leichtigkeit eines Vogels durchmaß. Aber wenn wir heute an ihn denken, dann sehen wir nicht nur den jungen Techniker oder den klugen Kopf. Wir sehen den Jungen, der in einem Moment der absoluten Aufrichtigkeit zu seinen Eltern kam und sein gesamtes Erspartes für seinen kranken Onkel anbot. Er hat das Sparschwein nicht zertrümmert, er hat es nicht geleert – das war gar nicht nötig. Aber das Angebot selbst, diese radikale, unerschütterliche Bereitschaft, alles zu geben, was er besaß, um einen anderen Menschen zu entlasten, ist das, was wir heute im Licht der heiligen Teresa von Jesus betrachten wollen.
Die heilige Teresa, deren Gedenktag wir heute feiern, war eine Frau der tiefen Innerlichkeit. Sie wusste, dass das Gebet kein bloßes Reden ist, sondern ein 'freundschaftliches Verweilen mit dem, von dem wir wissen, dass er uns liebt'. In einer Welt, die oft laut und fordernd ist, erinnert sie uns daran, dass Gott nicht in der äußeren Form, sondern in der Stille des Herzens wohnt. Und genau hier, in dieser Stille, begegnen wir heute dem Wort Gottes, das uns herausfordert. Im Evangelium nach Lukas hören wir Jesus, wie er eine harte, fast schneidende Wahrheit ausspricht. Er tadelt jene, die die Gräber der Propheten schmücken, während sie den lebendigen Geist Gottes in ihrer Mitte nicht erkennen. Er spricht von einem 'Schlüssel der Erkenntnis', der weggenommen wurde. Das ist eine mahnende Stimme, die uns fragt: Haben wir den Schlüssel zum Herzen Gottes verloren, weil wir uns in den Äußerlichkeiten, in den Sorgen oder gar in den Vorwürfen gegen uns selbst verlieren?
Liebe Thao, lieber Alan, ich weiß, wie die Stille der letzten vier Monate seit dem 13. Juni in Ihrem Haus manchmal eine Sprache spricht, die so schwer ist, dass sie jede andere Stimme zu ersticken droht. Ich weiß, wie die Erinnerung an Benjamin – sein Lächeln, seine Neugier, die Art, wie er mit seinem Bruder Ryan die Welt erkundete – den Raum ausfüllt. Und ich kenne diesen anderen, dunklen Schatten, der sich manchmal in die Gedanken der Eltern schleicht: die quälende Frage, ob man etwas hätte anders machen können. War man wachsam genug? Hätte man ein Zeichen früher deuten müssen? Lassen Sie mich heute, im Licht der Schrift und im Vertrauen auf die Barmherzigkeit, die Teresa von Jesus so tief erfahren hat, diesen Stein ganz behutsam von Ihren Herzen nehmen. Krankheit ist niemals eine Strafe. Sie ist kein Versagen Ihrer elterlichen Liebe, kein Mangel an Sorgfalt. Es gibt in dieser Welt eine Zerbrechlichkeit, eine Unbegreiflichkeit, die jenseits aller menschlichen Kontrolle liegt. Gott klagt Sie nicht an. Er sieht nicht auf ein vermeintliches Defizit; er sieht auf die unendliche, aufopfernde Zärtlichkeit, mit der Sie diesen wunderbaren Jungen durch sein kurzes, reiches Leben begleitet haben. Sie haben nichts versäumt. Sie haben ihn geliebt, wie man nur lieben kann. Sie sind frei von jeder Schuld. Gott hat Benjamin nicht gestraft; er hat ihn in seine Arme aufgenommen, in jene Geborgenheit, die wir alle eines Tages erfahren werden. Sie sind keine Sklaven des Schmerzes; Sie sind Kinder der Verheißung.
Paulus schreibt im Epheserbrief: 'In ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig vor ihm seien.' Das ist die Wahrheit über Benjamin. Er war von Gott erwählt, nicht für die Dauer eines langen Lebens, sondern für die Ewigkeit. Er war ein Junge, der das Leben mit einer solchen Intensität gekostet hat – sei es auf den Reisen durch die Welt mit seinem 'perfekten Vierergespann', sei es beim 'Airport Spotting' in so vielen Städten oder beim Badminton, wo er gelernt hat, dass das Versuchen wichtiger ist als der Sieg. Benjamin hat uns gezeigt, was es heißt, dem Leben mit offenem Herzen zu begegnen. Er hat den Schlüssel der Erkenntnis, von dem Jesus spricht, schon früh gefunden: Es ist die Liebe, die sich verschenkt. Er war kein Junge, der sich hinter Mauern verschanzte. Er war ein Junge, der Brücken baute – durch seine Güte, durch sein Mitgefühl, durch die Art, wie er für andere da sein wollte.
Ryan, mein lieber Junge, hör mir einen Moment zu. Ich weiß, wie sehr du deinen Bruder vermisst. Ihr wart ein Team, zwei Brüder, die zusammen die Welt entdeckten, die zusammen lachten und Pläne schmiedeten. Dein Bruder Benjamin ist dir näher, als du es mit den Augen je sehen könntest. Er ist in deinen Erinnerungen, er ist in dem Wind, der draußen weht, er ist in der Stille deines Herzens. Er möchte, dass du lebst, dass du mutig bist, dass du deine eigenen Träume verfolgst. Wenn du dich einsam fühlst, sprich mit ihm. Er hört dich. Er ist dein großer Bruder im Himmel, der auf dich wartet und der sich wünscht, dass du die Freude am Leben, die ihr geteilt habt, in dir bewahrst. Lebe für ihn mit, sei mutig, sei fröhlich, so wie er es war. Die Welt braucht dein Lächeln, so wie sie das seine gebraucht hat.
An alle, die heute von fern oder nah zuhören – an jede Familie, die einen schweren, unsichtbaren Kreuzweg trägt: Wisse, dass du nicht vergessen bist. Die Liebe Gottes ist wie ein unendlicher Ozean, der deine Tränen auffängt. Wie jener Brunnen, der in Cà Mau in Bens Namen gegraben wurde, um durstigen Menschen frisches Wasser zu schenken, so fließt auch die Liebe dieses Jungen weiter in dieser Welt. Sie ist nicht versiegt im Tod. Sie spendet Leben, sie tröstet, sie erinnert uns daran, dass das Gute niemals verloren geht. Gott vergisst keinen Tropfen Liebe, den wir gegeben haben. Wenn wir heute auf das Leben der heiligen Teresa schauen, dann sehen wir eine Frau, die durch die Dunkelheit hindurch zum Licht gefunden hat. Sie hat uns gelehrt, dass Gott uns in der Mitte unserer Schwäche trägt. Er ist nicht der Gott derer, die alles perfekt machen, sondern der Gott derer, die sich ihm hinhalten, so wie sie sind – mit ihrem Schmerz, ihrer Frage und ihrem leisen Hoffen.
Benjamin ist jetzt dort, wo der Glaube zum Schauen wird. Er ist in der Heimat, die er immer gesucht hat. Er wartet am Ende der Landebahn, dort, wo das Licht niemals schwindet. Bewahren Sie seine Neugier im Herzen, lächeln Sie, wenn Sie an seine Freude denken, und vertrauen Sie darauf, dass er gut aufgehoben ist am Tisch des ewigen Vaters. Er ist bei Gott, und er lächelt, genau wie er damals lächelte, als er die Welt durch das Flugzeugfenster betrachtete – staunend, neugierig, vollkommen sicher. Gehen Sie heute mit diesem einen, kleinen Gedanken aus dieser Stunde: Die Liebe, die Sie für Benjamin empfunden haben und die er Ihnen schenkte, ist stärker als der Tod. Sie ist das Band, das Sie für immer verbindet. Der Herr halte seine schützende Hand über Sie, er tröste Ihre Herzen, und sein Friede begleite Sie heute und an jedem kommenden Tag. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Gehet hin in Frieden.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.