Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede und die Gnade unseres Herrn Jesus Christus seien mit euch allen.
Herr, du kennst unser Herz und unsere Last. Herr, erbarme dich. Christus, du bist unsere Hoffnung in der Dunkelheit. Christus, erbarme dich. Herr, du führst uns auf Wegen, die wir oft nicht verstehen. Herr, erbarme dich.
Stellen Sie sich für einen Moment ein ganz schlichtes, alltägliches Bild vor: Benjamin, wie er an einem sonnigen Tag mit seinem Bruder Ryan und seinem Vater einen Flughafen besucht. Er ist nicht einfach nur ein Junge, der Flugzeuge beobachtet; er ist ein Junge, der mit leuchtenden Augen in den Himmel blickt, als würde er dort oben die Weite Gottes erahnen. Er spricht von seiner fiktiven ‚Con Chim Airlines‘, und ein leises, ansteckendes Kichern entweicht ihm, während er seinem Vater von seinen Plänen erzählt. In diesem Augenblick ist die Welt in Ordnung. Es ist ein Moment der reinen, unbeschwerten Freude, festgehalten in der Zeit, ein Moment, den wir heute, drei Monate nach seinem Heimgang, wie einen kostbaren Schatz in unseren Händen halten.
Im heutigen Evangelium begegnen wir einer Szene, die uns zunächst befremden könnte. Jesus wird gesagt: ‚Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.‘ Eine ganz natürliche, menschliche Bitte. Wer von uns kennt nicht dieses Bedürfnis, die Liebsten bei sich zu haben, sie festzuhalten, wenn die Welt um uns herum eng wird? Doch Jesus antwortet mit einer Tiefe, die uns herausfordert: ‚Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.‘ Er wertet die irdische Familie nicht ab; er weitet sie aus. Er zeigt uns, dass unsere Zugehörigkeit zu Gott eine Verbindung schafft, die stärker ist als Zeit und Raum, stärker sogar als der Tod.
Wir stehen heute an einem Punkt, an dem die Stille des Hauses oft lauter spricht als jedes Wort. Alan, Thao, ich weiß, wie diese Stille sich anfühlt. Ich weiß, wie die Abwesenheit von Ben – diese Lücke, die kein Flugzeugmodell, kein Code auf GitHub und kein Lächeln ausfüllen kann – an Ihnen zehrt. Manchmal, in der Einsamkeit der Nacht, kommen diese quälenden Fragen: ‚Hätte ich etwas anders machen können? War ich wachsam genug?‘ Ich möchte heute, im Licht des Evangeliums, diesen Stein von Ihrem Herzen nehmen. Krankheit ist niemals eine Strafe Gottes. Sie ist kein Versagen Ihrer elterlichen Fürsorge. Sie haben Benjamin nicht verloren, weil Sie etwas übersehen hätten. Manche Wege in dieser Welt sind so rätselhaft und so fernab jeder menschlichen Kontrolle, dass kein Wachen, keine Liebe der Welt sie hätte verhindern können. Gott klagt Sie nicht an. Er sieht nicht auf ein vermeintliches Defizit; er sieht auf die unendliche Liebe, mit der Sie diesen wunderbaren Jungen durch sein kurzes, reiches Leben begleitet haben. Sie sind frei von jeder Schuld. Lassen Sie diese Last endlich los.
Benjamin war ein Junge, der das Wort Gottes auf eine ganz eigene, wunderbare Weise in sich trug. Denken Sie an diese eine, so bezeichnende Begebenheit: Als er von der schweren Krankheit seines Onkels William hörte, bot er unaufgefordert sein gesamtes Erspartes an. Er hat es nicht zerstört, er hat es nicht geleert – es war nicht nötig, denn die Versicherung deckte den Bedarf, und er musste es nicht einmal öffnen. Aber das Angebot selbst, diese radikale, unerschütterliche Bereitschaft, alles, was er besaß, für einen leidenden Menschen hinzugeben, ist der reine Abglanz des Evangeliums. Ben hat nicht erst Theologie studiert, um zu wissen, was Nächstenliebe ist. Er hat sie gelebt. Er war ein Junge mit einem scharfen, brillanten Verstand, der sich in der Welt der Cloud-Infrastruktur bewegte, aber sein echtes Fundament war ein sanftes, gütiges Herz. Er war einer derer, von denen Jesus sagt: ‚Das sind meine Brüder.‘
Das Wort Gottes, das Ben so tief in sich trug, ist nun in ihm vollendet. Er ist jetzt dort, wo das Wort nicht mehr gehört, sondern geschaut wird. Er ist in der Gemeinschaft derer, die Gott von Angesicht zu Angesicht schauen. Er teilt diesen Raum mit dem jungen heiligen Carlo Acutis – zwei moderne, wache Seelen, die uns zeigen, dass man auch im Zeitalter von Technik und schnellen Computern ein Heiliger sein kann. Sie interzedieren für Sie. Sie schauen auf Sie herab, nicht mit Mitleid, sondern mit einer Freude, die wir hier unten noch nicht ganz erfassen können.
Ryan, mein lieber Junge, du vermisst deinen Bruder so unendlich. Du weißt, wie still das Haus manchmal ist, wenn du an die gemeinsamen Momente denkst. Dein Bruder Benjamin ist nicht fort. Er ist dir näher, als du denkst. Er schaut auf dich herab mit diesem liebevollen, aufmunternden Blick. Er möchte, dass du mutig bist, dass du neugierig bleibst auf das Leben, dass du deine eigenen Träume träumst. Er ist dein großer Bruder im Himmel, der dich begleitet, wenn du deinen Weg gehst. Wenn du dich einsam fühlst, dann wisse: Die Liebe, die ihr geteilt habt, ist ein Band, das stärker ist als der Tod. Sie ist Teil der Ewigkeit, in der Ben nun geborgen ist.
Sehen Sie, wie der Prophet im Buch der Sprüche heute sagt: ‚Das Herz des Königs ist wie ein Wasserbach in der Hand des Herrn.‘ Gott lenkt alles. Auch wenn wir das Gefühl haben, die Kontrolle verloren zu haben, auch wenn das Leben uns in Bahnen lenkt, die wir uns nie ausgesucht hätten, bleibt Gott derjenige, der den Lauf des Wassers kennt. Er führt uns. Er führt Ben. Er führt Sie.
Lassen Sie uns heute mitnehmen, dass das Leben eines Menschen nicht an der Länge seiner Jahre gemessen wird, sondern an der Tiefe der Liebe, die er hinterlassen hat. Die Liebe, die Ben in die Welt gebracht hat, ist nicht mit ihm gestorben. Sie fließt weiter, wie das Wasser aus dem Brunnen in Cà Mau, der in seinem Namen Leben spendet. Sein Name, Đại Dương, der ‚Große Ozean‘, ist nicht in der Leere versunken; er hat sich in den unendlichen Ozean der göttlichen Barmherzigkeit ergossen.
Nehmen Sie heute das als Geschenk mit nach Hause: Wenn die Erinnerung kommt und der Schmerz kurz den Atem raubt, dann suchen Sie nicht nach Erklärungen. Suchen Sie nach einer kleinen Geste der Güte. Lächeln Sie bei dem Gedanken an Ben und seine Flugzeuge. Sagen Sie ein kurzes Gebet und legen Sie Ihren Kummer in Gottes Hände. Er hält Sie fest. Er hält Benjamin. Und er führt uns alle eines Tages an den Tisch, an dem keine Träne mehr fließen wird. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne euch und behüte euch. Er lasse sein Angesicht über euch leuchten und schenke euch seinen Frieden.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.