Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir versammeln uns heute im Licht Christi, der uns in unserer Freude und in unserem Schmerz niemals allein lässt.
Herr, erbarme dich unserer. Christus, erbarme dich unserer. Herr, erbarme dich unserer.
Stellen Sie sich für einen Moment einen kleinen, unscheinbaren Gegenstand vor: ein altes, vielleicht etwas abgegriffenes Sparschwein. Es steht in einem Kinderzimmer, ein Symbol für kleine Träume, für die Vorfreude auf das nächste Spielzeug oder das nächste Abenteuer. Wir wissen von Benjamin Vo, dass er ein Junge von außergewöhnlichem Verstand war. Er war ein kleiner Ingenieur, der sich in der Welt der Cloud-Infrastruktur und der Mathematik so sicher bewegte, als würde er eine Sprache sprechen, die nur er und sein Vater fließen beherrschten. Doch heute, drei Monate nach seinem Heimgang, schauen wir nicht auf seine Brillanz. Wir schauen auf eine Geste, die sein Herz offenbart: Ben bot seinem Vater an, sein gesamtes Erspartes für seinen Onkel William zu geben, der zwei Schlaganfälle erlitten hatte. Er hat das Sparschwein nicht zertrümmert, er hat es nicht geleert – es war nicht nötig, denn die Versicherung deckte den Bedarf. Aber das Angebot selbst, diese unaufgeforderte Bereitschaft, alles, was er besaß, für einen leidenden geliebten Menschen hinzugeben, ist wie ein helles Licht in der Dunkelheit unserer Welt. Es ist das, was Paulus uns heute im Korintherbrief als den 'noch besseren Weg' beschreibt: die Liebe.
Paulus schreibt: 'Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.' Wenn wir diese Worte hören, sehen wir nicht ein abstraktes Konzept vor uns. Wir sehen Ben. Wir sehen diesen Jungen, der trotz seiner intellektuellen Überlegenheit immer sanft blieb, der immer lächelte, der immer respektvoll war. Diese Liebe, von der Paulus spricht, ist kein Gefühl, das kommt und geht. Sie ist ein Anker, der in Gott selbst festgemacht ist. Und genau diese Liebe ist es, die Benjamin uns hinterlassen hat – nicht als eine Erinnerung, die verblasst, sondern als eine Kraft, die in seinem Bruder Ryan, in Thao und in Alan weiterwirkt.
Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn die Welt in Stille erstarrt. Ich weiß, dass es in Ihrem Haus, Alan und Thao, Momente gibt, in denen der Schmerz wie eine Welle über Ihnen zusammenschlägt. Manchmal schleichen sich in diese Stille Fragen ein, die quälend sind: 'Hätte ich etwas sehen müssen? Hätte ich mehr tun können?' Ich möchte heute, an diesem Tag der Märtyrer Kornelius und Cyprian, die ihr Leben für die Wahrheit der Liebe gaben, ein Wort der absoluten Befreiung zu Ihnen sprechen: Krankheit ist niemals eine Strafe Gottes. Sie ist kein Versagen Ihrer elterlichen Fürsorge. Gott richtet nicht nach dem, was wir als Erfolg oder Misserfolg bezeichnen. Er schaut auf das Herz. Sie haben Ben nicht verloren, weil Sie etwas falsch gemacht haben. Manche Sorgen kommen in dieses Leben, ohne dass ein Mensch sie hätte verhindern können. Sie sind nicht schuld. Sie sind nicht verantwortlich für das, was jenseits menschlicher Kontrolle liegt. Gott klagt Sie nicht an, und Sie dürfen sich selbst nicht länger anklagen. Lassen Sie diese Steine endlich fallen. Sie sind frei von dieser Schuld.
Im heutigen Evangelium vergleicht Jesus seine Generation mit Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und rufen: 'Wir haben für euch auf der Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint.' Jesus spricht hier von einer Welt, die sich weigert, die Zeichen der Zeit zu verstehen – eine Welt, die in ihrer eigenen Engstirnigkeit gefangen bleibt. Aber dann fügt er hinzu: 'Doch die Weisheit ist durch alle ihre Kinder gerechtfertigt.' Das ist der Haken, an dem wir uns festhalten können. Die Weisheit Gottes zeigt sich dort, wo Menschen – so jung wie Ben, so rein wie Ben – ihr Leben als ein Geschenk begreifen. Ben hat nicht nur Mathematik gelernt; er hat das Leben gelernt. Er hat das 'Airport Spotting' mit seinem Vater genossen, er hat über seine 'Con Chim Airlines' gekichert, er hat Ryan geliebt. All das war kein Zeitvertreib; es war das Tanzen zur Flöte Gottes.
Wenn ihr, Ryan, Alan und Thao, heute durch den Tag geht, dann fühlt sich die Welt vielleicht oft wie ein Ort an, an dem die Flöte spielt, aber ihr nicht tanzen könnt. Das ist in Ordnung. Das ist kein Mangel an Glauben. Es ist der Schmerz der Liebe, die ihren Gegenstand verloren hat. Aber erinnert euch an das, was Paulus sagt: 'Die Liebe hört niemals auf.' Die Liebe, die Ben euch geschenkt hat, ist nicht im Grab geblieben. Sie ist in Gott, dem Ursprung aller Liebe, aufgehoben. Ben ist jetzt dort, wo die Prophezeiungen aufhören und das Wissen vollständig wird. Er sieht Gott jetzt von Angesicht zu Angesicht, so wie er auch von Gott vollkommen erkannt ist. Er ist bei dem jungen heiligen Carlo Acutis, mit dem er so viel gemeinsam hat – diese moderne Neugier, das strahlende Lächeln und die tiefe Liebe zu Jesus. Sie sind eure Fürsprecher. Sie schauen auf euch herab, nicht mit Mitleid, sondern mit einer Freude, die wir hier unten noch nicht ganz erfassen können.
Ich möchte, dass Sie heute etwas mit nach Hause nehmen, das Sie in der Hand halten können. Wenn die Trauer Sie überkommt, dann suchen Sie nicht nach einer großen Antwort auf das 'Warum'. Suchen Sie stattdessen nach einer kleinen Geste. Vielleicht ist es ein Moment, in dem Sie an Ben denken und dabei lächeln – nicht weil es nicht mehr weh tut, sondern weil die Liebe stärker ist als der Schmerz. Vielleicht ist es eine kleine Tat der Barmherzigkeit, die Sie in seinem Namen tun, so wie das saubere Wasser, das durch den Brunnen in Cà Mau nun für viele Menschen fließt. Ben ist ein 'Kind der Weisheit', und seine Liebe fließt weiter. Er ist bei euch, in jedem Atemzug, in jedem Gebet, in jedem Moment, in dem ihr als Familie zusammenhaltet. Ihr seid nicht allein. Gott hält Sie fest, er hält Ben, und er hält Ihre Zukunft in seinen Händen. Bleiben Sie in diesem Frieden. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne euch und behüte euch. Er lasse sein Angesicht über euch leuchten und schenke euch seinen Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.