Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir versammeln uns heute in der Gegenwart Gottes, um die Geburt der Mutter unseres Herrn zu feiern und in seinem Licht Trost und Hoffnung zu finden.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Wenn wir heute auf das Evangelium schauen, auf diese lange Liste von Namen, die Generation um Generation umspannt, dann sehen wir nicht nur eine trockene Aufzählung von Vorfahren. Wir sehen ein Geflecht aus menschlichen Geschichten. Da sind Könige und Ausgestoßene, Heilige und Sünder, Menschen, die Großes leisteten, und Menschen, die im Verborgenen lebten. Am Ende dieser langen Kette steht ein Name, der alles verändert: Jesus, der Christus. Und doch beginnt dieser Weg in der Stille, in der Demut eines jungen Mädchens namens Maria. Gott wählt nicht die Paläste, er wählt das Kleine. Er wählt Bethlehem, das, wie der Prophet Micha sagt, ‚zu klein ist, um unter den Sippen Judas zu zählen‘. Und doch kommt aus diesem Kleinen der, dessen Ursprung in der Ewigkeit liegt.
Es ist nun zwei Monate her, seit Benjamin Vo, euer geliebter Ben, nach Hause zum Vater gerufen wurde. Wenn wir heute die Geburt Mariens feiern, schauen wir auf den Beginn eines Lebens, das ganz für Gott bestimmt war. Und ich denke an den Beginn von Bens Leben, an die Freude, die er in eure Welt brachte. Ben war wie ein kleiner, heller Stern, der in eurem Leben aufging – ein Junge, dessen Geist so weit war wie der Himmel, den er beim ‚Airport Spotting‘ beobachtete. Er war ein Entdecker, ein Junge, der die Welt der Technik verstand, als wäre sie seine Muttersprache. Er war dieser Junge, der in seinem jungen Herzen so viel Liebe trug, dass er bereit war, sein gesamtes Erspartes für seinen leidenden Onkel anzubieten. Er hat es nicht getan, weil es verlangt wurde, sondern weil seine Liebe keine Grenzen kannte. Er war ein Junge, der das Leben liebte, der seine ‚Con Chim Airlines‘ im Geiste gründete und dabei vor Freude kicherte.
Ich weiß, wie sehr ihr, liebe Thao, lieber Alan, und du, lieber Ryan, diese Stille spürt. Ich weiß, dass der Schmerz manchmal so groß ist, dass man sich fragt: Warum wurde dieses Licht so früh gelöscht? Warum musste dieser Weg, der so vielversprechend war, hier enden? Manchmal fühlt man sich wie in einer langen, dunklen Nacht, in der man nach Antworten sucht, die nicht kommen. Ich möchte heute ganz leise zu euch sprechen, die ihr euch in der Dunkelheit verliert: Es gibt keine Schuld, die ihr tragt. Es gibt kein Versagen, das diesen Weg geebnet hat. Krankheit ist niemals eine Strafe Gottes. Sie ist kein Urteil über eure Liebe oder eure Fürsorge. Gott hat in euch nur die Liebe gesehen, die ihr Ben geschenkt habt – eine Liebe, die ihn geprägt hat, die ihn zu dem sanften, respektvollen und brillianten Jungen gemacht hat, den ihr so sehr liebt. Ihr habt nichts übersehen. Ihr seid keine Wächter, die versagt haben; ihr seid Eltern, die geliebt haben, bis zur letzten Sekunde. Gott, der die Jungfrau Maria erwählte, hat auch Ben erwählt, und er hat ihn in seinen Armen gehalten, genau wie ihr ihn gehalten habt.
Schaut auf die Geburt Mariens. Sie ist der Morgenstern, der den Anbruch eines neuen Tages verkündet. Ihr Leben war nicht frei von Leid; sie stand unter dem Kreuz. Und doch blieb sie treu. Sie wusste, dass Gott mit uns ist – ‚Emmanuel‘. Dieses Versprechen gilt auch für euch. Ben ist nicht weg. Er ist bei dem, dessen Ursprung von alters her ist. Er ist bei Gott, und er ist euch näher, als ihr denkt. Er ist in der Freude des Himmels, vielleicht im Gespräch mit dem jungen heiligen Carlo Acutis, der wie er ein moderner Junge war, voller Neugier und Liebe zu Jesus. Sie schauen auf euch herab.
Ryan, mein lieber Junge, dein Bruder liebt dich. Er sieht dich, wenn du spielst, wenn du lernst, wenn du an ihn denkst. Er ist dein Schutzengel. Er möchte, dass du lebst, dass du mutig bist, dass du deine Träume verfolgst. Er ist stolz auf dich. Und ihr, liebe Eltern, ihr seid die Gefäße, durch die Bens Liebe weiter in diese Welt fließt. Denkt an das ‚Giếng Gioan Baotixita‘, den Brunnen in Cà Mau. Das ist Bens Liebe, die niemals versiegt. Jedes Mal, wenn ein durstiges Kind dort trinkt, fließt Bens Güte in die Welt zurück. Das ist kein Ende, das ist ein Anfang.
Geht heute aus diesem Gottesdienst mit diesem einen Gedanken: Gott hat Ben geliebt, und Gott liebt euch. Er ist der Emmanuel, der Gott-mit-uns, auch in der Trauer. Wenn ihr das nächste Mal das Gefühl habt, dass die Last zu schwer ist, dann atmet tief durch. Denkt an Bens Lächeln. Denkt an die Liebe, die zwischen euch ist, eine Liebe, die stärker ist als der Tod. Sprecht ein kurzes Gebet: ‚Herr, ich vertraue dir meinen Schmerz an. Ich danke dir für die Zeit mit Ben. Schenke uns den Frieden, der alles Verstehen übersteigt.‘ Und dann tut eine kleine Tat der Freundlichkeit in seinem Namen – ein Lächeln, ein gutes Wort, eine Hilfe für jemanden, der sie braucht. Das ist der Weg, den Ben uns vorgelebt hat. Ihr seid nicht allein. Gott hält euch, er hält Ben, und er hält eure Zukunft. Bleibt in dieser Hoffnung. Bleibt in seiner Liebe. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne euch und behüte euch. Er lasse sein Angesicht über euch leuchten und schenke euch seinen Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.