Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Herr, unser guter Hirt und Geber aller Gnade, sei mit euch.
Herr Jesus Christus, du bist der treue Hirt, der die Verlorenen sucht: Herr, erbarme dich. Christus, du bist der gütige Herr, dessen Barmherzigkeit keine Grenzen kennt: Christus, erbarme dich. Herr Jesus Christus, du schenkst allen, die zu dir kommen, das ewige Leben: Herr, erbarme dich.
„Bist du neidisch, weil ich gütig bin?“
Mit dieser aufrüttelnden Frage stellt Jesus im heutigen Evangelium alle menschliche Logik auf den Kopf. Wir Menschen rechnen oft in Stunden, in erbrachten Leistungen, in Jahren und Vergleichen. Doch Gottes Maßstab ist nicht die Stoppuhr. Sein Maßstab ist die reine, überfließende Großzügigkeit Seines Herzens.
Der Gutsbesitzer ruft die Arbeiter bis zur letzten Stunde in seinen Weinberg – nicht, weil sie so viel leisten könnten, sondern weil er niemanden ungesehen und unberufen am Rand stehen lassen will. Und am Abend empfängt jeder die volle Fülle des Lebens. Auch der Prophet Ezechiel bezeugt diese zärtliche Treue Gottes: „Ich selbst will mich um meine Schafe kümmern.“ Gott vergisst keines Seiner Kinder … Er sucht das Schwache, Er birgt das Verwundete und führt es an den Ruheplatz am Wasser.
Neun Wochen sind vergangen, seit Benjamin Vo heimgerufen wurde. Neun Wochen, in denen das Herz fragt: Warum durfte ein so junges Leben nicht noch viele irdische Jahre zählen?
Das heutige Evangelium schenkt uns darauf eine stille, tröstliche Antwort: Für Gott zählt nicht die Länge der irdischen Arbeitsstunden, sondern die Tiefe der Liebe, mit der ein Herz gelebt hat. Ben hatte einen außergewöhnlich wachen, brillanten Verstand. Schon mit vierzehn Jahren tüftelte er mit Leidenschaft an Programmierungen, Cloud-Systemen und Software-Codes, neugierig auf jede neue Idee und fasziniert von der Logik der Welt. Doch was Benjamin wahrhaft auszeichnete, war nicht nur seine Klugheit, sondern seine tiefe, kindliche Güte.
In Gottes Augen war Benjamins Lebenswerk in diesen fünfzehn Jahren vollendet. Der gute Hirt hat ihn nicht nach menschlichen Maßstäben gemessen, sondern ihm Seinen vollen himmlischen Lohn geschenkt: die ewige Freude am Tisch des Herrn, geborgen in den Armen Jesu und behütet von unserer himmlischen Mutter Maria.
Liebe Thao, lieber Alan: Euer Schmerz ist tief, doch Gottes Güte umfängt euch. Er sieht jede Träne, die ihr weint, und hält eure Hände.
Lieber Ryan: Nimm die Freude, das wache Lachen und die Güte deines großen Bruders mit in jeden neuen Tag. Ben ist dir im Geist immer ganz nah.
Und allen, die aus der Ferne mitbeten – besonders den kranken Kindern und allen Familien, die schwere Lasten tragen: Verzaget nicht. Der Herr ist euer Hirt. Seine Güte und Huld begleiten euch an jedem Tag.
Benjamin ruht im vollen Licht der Liebe Gottes. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der HERR segne uns, er bewahre uns vor allem Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.