Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Herzlich willkommen zu unserer heutigen Liturgie des Wortes und des Gebetes.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages konfrontieren uns mit tiefen Fragen über Leid, Gerechtigkeit und die Hoffnung auf Gottes Eingreifen. Jeremia klagt in der ersten Lesung: „Meine Augen sollen Tag und Nacht tränen, ohne Unterlass, über die große Zerstörung, die die Jungfrau, die Tochter meines Volkes, überwältigt, über ihre unheilbare Wunde.“ Welch ein Schmerz, welche Verzweiflung spricht aus diesen Worten! Er fragt Gott: „Hast du Juda völlig verworfen? Ist Zion dir zuwider? Warum hast du uns einen Schlag versetzt, der nicht geheilt werden kann?“ Es ist der Schrei eines Volkes, das sich verlassen fühlt, das nach Antworten sucht im Angesicht unermesslichen Leidens.
Und dann hören wir im Evangelium Jesus, wie er das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker erklärt. Es ist ein Gleichnis, das uns daran erinnert, dass in dieser Welt Gutes und Böses nebeneinander existieren. Die Kinder des Reiches und die Kinder des Bösen wachsen zusammen, bis zur Ernte, die das Ende der Zeit ist. Jesus sagt: „Dann werden die Gerechten aufleuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters.“
Diese Lesungen halten uns einen Spiegel vor, nicht wahr? Auf der einen Seite die Klage über das Unheil, das uns trifft, die unheilbaren Wunden, die wir tragen. Auf der anderen Seite Jesu Zusage, dass es eine Zeit der Unterscheidung geben wird, eine Zeit, in der die Gerechten wie die Sonne leuchten werden. Wie können wir diese beiden Realitäten zusammenbringen, besonders wenn wir selbst in Trauer und Schmerz sind?
Sechs Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Sechs Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen tiefen Verlust spüren. Wir alle tragen unsere eigenen Fragen, unsere eigenen unheilbaren Wunden im Herzen. Und manchmal fragen wir uns, warum das Leid über uns kommt, warum gerade dieser Mensch, dieses Kind. Jeremia fragt: „Warum hast du uns einen Schlag versetzt, der nicht geheilt werden kann?“
Benjamin Vo war ein Junge, der eine unglaubliche Lebensfreude und einen sanften Geist besaß. Seine Familie erinnert sich an seine tiefe, wunderschöne Bindung zu seinem Vater, die so stark war, dass Ben schon mit zwölf Jahren weinte, aus Angst, ihn zu verlieren. Diese tiefe Liebe, diese Fähigkeit, so innig zu fühlen, ist ein Zeugnis für das Gute, das in ihm war, für das „gute Saatgut“, von dem Jesus spricht. Benjamins Leben war ein Aufleuchten, wie die Sonne, in der Liebe, die er gab und empfing. Sein Lächeln, seine Neugier, seine Güte – all das war ein Licht, das in eurem Leben strahlte.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Wenn wir Jeremias Klage hören, fühlen wir uns vielleicht verstanden in unserem eigenen Schmerz. Doch Jesus gibt uns auch eine Perspektive jenseits des Leidens. Er sagt uns nicht, dass wir das Leid verstehen müssen, aber er verspricht, dass am Ende die Gerechten leuchten werden. Benjamin ist jetzt bei Gott, und sein Licht leuchtet dort, wo es kein Leid mehr gibt. Und für euch, die ihr zurückbleibt, ist es wichtig zu wissen: Ihr habt nichts falsch gemacht. Krankheit ist kein Urteil, kein Fehler, keine Schuld. Manchmal kommt Leid einfach in unsere Welt, ohne dass jemand etwas dafür kann. Gott verurteilt euch nicht, und ihr solltet euch auch nicht selbst verurteilen. Lasst diese Last der Schuld los und erlaubt euch, zu trauern, gehalten von Gottes unendlicher Liebe. Ryan, deine Eltern brauchen dich, um gemeinsam durch diese Zeit zu gehen und das Licht der Liebe weiterzutragen.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott sieht eure Tränen. Er hört eure Klage. Er ist bei euch in eurer unheilbaren Wunde. Und er verspricht euch, dass am Ende des Alters die Gerechten aufleuchten werden wie die Sonne. Möge Benjamins strahlendes Leben und sein liebevoller Geist euch daran erinnern, dass die Liebe Gottes stärker ist als jeder Schmerz und dass wir in ihm die Hoffnung finden, die uns durch die dunkelsten Stunden trägt. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns, bewahre uns vor allem Bösen und führe uns zum ewigen Leben. Amen. Gehen wir in Frieden.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.