Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Liebe Schwestern und Brüder, herzlich willkommen zu unserer Andacht. Möge der Friede unseres Herrn Jesus Christus in unseren Herzen sein, wenn wir uns nun im Gebet versammeln.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages laden uns ein, über die Quellen unseres Lebens nachzudenken. Im Buch Jeremia hören wir eine eindringliche Klage Gottes über sein Volk: „Zwei Übel hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen und sich Zisternen gegraben, zerbrochene Zisternen, die kein Wasser halten.“ Was für ein Bild! Gott, die unversiegbare Quelle des Lebens, wird verlassen zugunsten von selbstgemachten, undichten Zisternen.
Und dann im Evangelium fragen die Jünger Jesus: „Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ Jesus antwortet, dass ihnen das Geheimnis des Himmelreiches geschenkt ist, anderen aber nicht. Er zitiert Jesaja, der sagt, dass viele sehen, aber nicht erkennen, hören, aber nicht verstehen. „Glücklich aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.“ Es ist eine Gnade, die Augen und Ohren für die Wahrheit Gottes offen zu haben, die tiefe Quelle des Lebens zu erkennen und sich nicht mit zerbrochenen Zisternen zu begnügen.
Was ist diese Quelle lebendigen Wassers, von der Jeremia spricht? Es ist Gott selbst, seine Wahrheit, seine Liebe, seine Gegenwart. Und was sind die zerbrochenen Zisternen? All die Dinge, die wir uns selbst schaffen, um unseren Durst zu stillen, die uns aber letztlich leer und unbefriedigt zurücklassen. Jesus im Evangelium lädt uns ein, mit offenen Augen und Ohren zu ihm zu kommen, zur wahren Quelle, um die Geheimnisse des Himmelreiches zu empfangen.
Fünf Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Fünf Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen tiefen Verlust spüren. Wir alle haben unsere eigenen „Zisternen“ gegraben, um mit dem Schmerz umzugehen, um Trost zu finden. Und doch, die wahre, lebendige Quelle ist immer Gott. Benjamin war ein Junge von außergewöhnlichem Intellekt und grenzenloser Neugier. Seine Familie erinnert sich, wie er sich schon in jungen Jahren für komplexe Themen wie KI und Cloud-Infrastruktur begeisterte, und wie er mit seinem Vater über Geschäftsideen sprach. Diese brillante Neugier, dieses Streben nach Verständnis und Wissen, kann uns daran erinnern, wie wichtig es ist, die Quelle der Weisheit zu suchen, die letztlich in Gott selbst liegt.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Gott ist die Quelle, die niemals versiegt. Er ist die Wahrheit, die uns auch in den dunkelsten Stunden Klarheit schenkt. Lasst eure Herzen offen sein für seine Liebe, die euch umfängt. Benjamin hat auf seine Weise die Welt mit offenen Augen und einem neugierigen Geist betrachtet, und nun darf er die Geheimnisse des Himmelreiches in ihrer Fülle sehen. Sucht Trost in der Gewissheit, dass Gott euch hält und euch durch diese Zeit trägt. Besonders Ryan, deine Eltern brauchen dich jetzt, um diese Quelle der Liebe in eurer Familie weiterfließen zu lassen.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott ist die Quelle des Lebens, die niemals enttäuscht. Lasst euch nicht von zerbrochenen Zisternen täuschen. Er ist bei euch, er sieht eure Tränen, er hört eure Gebete. Möge Benjamins Leben, seine brillante Neugier und sein sanfter Geist uns alle daran erinnern, dass die wahre Quelle des Lebens in Gott liegt, und dass er uns immer die Kraft und die Hoffnung schenkt, die wir brauchen. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor allem Bösen und führe uns zum ewigen Leben. Amen. Gehen wir in Frieden und tragen wir die Liebe Christi in die Welt.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.