Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr, die Quelle alles Lebens und des Himmels, sei mit euch.
Herr Jesus Christus, du bist die Zuflucht der Bedrängten: Herr, erbarme dich unser. Du stärkst unseren Glauben, wenn wir schwach sind: Christus, erbarme dich unser. Du führst die Entschlafenen in dein ewiges Licht: Herr, erbarme dich unser.
„Schreib die Vision deutlich auf die Tafeln … wenn sie sich verzögert, warte auf sie; denn sie wird gewiss kommen.“
So ruft der Prophet Habakuk heute auf seinem Wachturm. Er klagt Gott sein Leid, er versteht die Welt nicht mehr – und doch wartet er voll Vertrauen auf Gottes Antwort. Und im Evangelium schenkt Jesus uns dieses staunenswerte Versprechen: Schon ein Glaube wie ein kleines Senfkorn reicht aus, um Berge zu versetzten.
Wie passt das zusammen? Die große Vision Gottes und das winzig kleine Senfkorn?
Acht Wochen ist es nun her, dass euer lieber Benjamin Vo heimgegangen ist zum Vater.
Wenn wir heute an Ben denken, sehen wir einen Jungen mit einem außergewöhnlichen, brillanten Verstand. Benjamin hatte eine tiefe Begeisterung für Logik, für Mathematik und für die Welt des Codierens. Zeile für Zeile baute er in seinen jungen Jahren digitale Programme auf, löste komplexe Aufgaben mit einer Leichtigkeit, die jeden staunen ließ. Er liebte die Klarheit, die Struktur, das Erschaffen von Neuem.
Doch unter diesem scharfen, wachen Geist schlug ein ganz einfaches, tiefsinniges und sanftes Herz. Benjamin wusste im Inneren, dass die wichtigsten Dinge im Leben nicht berechnet werden können. Sein Glaube und seine Liebe waren wie dieses Senfkorn aus dem Evangelium: still, fest und voller Vertrauen.
Wir stehen in diesen Wochen manchmal da wie der Prophet auf dem Turm. Wir fragen nach dem Warum und suchen nach Antworten. Doch das Wort Gottes versichert uns heute: Die Verheißung täuscht nicht. Ben hat die Rätsel dieser Erde hinter sich gelassen. Er schaut die Vision Gottes nun nicht mehr wie durch ein Rätsel, sondern klar von Angesicht zu Angesicht im Himmel.
Liebe Thao, lieber Alan: Gott sieht euren unermesslichen Schmerz. Er hält euch fest, wenn der Berg der Trauer unüberschreitbar scheint. Euer Benjamin ruht geborgen in den Armen des Vaters.
Lieber Ryan: Gehe deinen Weg mit Mut und Hoffnung weiter. Dein großer Bruder bleibt dir ganz nahe – mit all seiner Liebe und seinem stolzen Blick auf dich.
Und an alle, die von fern mitbeten – besonders an alle kranken Kinder und jede Familie, die heute ein schweres Kreuz trägt: Gott vergisst keinen eurer Schreie. Sein Versprechen gilt: Die Hoffnung wird nicht enttäuscht.
Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor allem Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.