Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr sei mit euch allen.
Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages laden uns ein, über das Wachstum und die Treue nachzudenken. Im Evangelium hören wir Jesus zwei kurze, aber tiefe Gleichnisse erzählen: das vom Senfkorn und das vom Sauerteig. Er sagt: „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern, doch wenn es gewachsen ist, ist es größer als alle anderen Gewächse.“
Was für ein Bild! Aus dem Kleinsten entsteht das Größte. Aus einem scheinbar unbedeutenden Anfang erwächst etwas Wunderbares und Weitreichendes. Das Reich Gottes beginnt oft klein, unscheinbar, vielleicht sogar verborgen in unseren Herzen, aber es hat die Kraft, sich auszubreiten und alles zu verwandeln. Es ist wie der Sauerteig, der eine ganze Menge Mehl durchdringt und aufgehen lässt.
Und dann haben wir die erste Lesung aus dem Buch Jeremia. Sie ist ein ernster Ruf zur Treue. Gott spricht von einem Leinenlendentuch, das er Jeremia kaufen und dann verstecken lässt. Als es nach langer Zeit wiedergefunden wird, ist es „verrottet, zu nichts mehr nütze!“ Gott erklärt, dass er Israel und Juda so eng an sich gebunden hatte, wie ein Lendentuch am Mann, um sie zu seinem Volk, seinem Ruhm, seinem Lob und seiner Zierde zu machen. Aber sie haben nicht gehört. Sie haben sich von ihm abgewandt, und ihre Treulosigkeit hat sie nutzlos gemacht, wie das verrottete Tuch.
Diese beiden Lesungen halten uns einen Spiegel vor, nicht wahr? Auf der einen Seite die unendliche Wachstums- und Verwandlungskraft des Himmelreiches, das aus dem Kleinsten Großes schafft. Auf der anderen Seite die Gefahr der Untreue, die uns von der Quelle des Lebens trennt und uns verrotten lässt.
Sechs Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Sechs Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen tiefen Verlust spüren. Wir alle fragen uns, wie wir in dieser Zeit der Trauer wachsen können, wie wir treu bleiben können, wenn das Herz so schwer ist.
Benjamin Vo war ein Junge mit einem sanften Herzen und einem strahlenden Lächeln. Seine Familie erinnert sich, wie er mühelos glücklich war und immer ein Lächeln auf den Lippen trug. Dieses Lächeln, diese Freude, war wie ein kleines Senfkorn, das in seinem Leben gesät wurde. Es war unscheinbar vielleicht, aber es hatte die Kraft, die Menschen um ihn herum zu berühren und zu erhellen. Es war ein Zeichen der Liebe, die in ihm wohnte, und die er mit seiner Familie teilte. So wie das Senfkorn zu einem großen Strauch wird, so hat Benjamins sanfter Geist und seine Freude viele Herzen erreicht und Spuren hinterlassen, die bleiben.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Auch wenn der Schmerz groß ist, lasst uns daran erinnern, dass Gottes Reich in den kleinsten Dingen beginnt – in einem Lächeln, in einer Geste der Freundlichkeit, in der Liebe, die Benjamin euch geschenkt hat. Bleibt dieser Liebe treu, so wie Gott seinem Volk treu sein wollte. Er wird euch die Kraft geben, aus diesem kleinen Senfkorn der Erinnerung und der Liebe etwas Großes wachsen zu lassen: Hoffnung, Trost und die Gewissheit, dass Ben in Gottes Reich geborgen ist. Ryan, deine Eltern brauchen dich jetzt, um diese Liebe und Hoffnung weiterzutragen.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott ist ein Gott des Wachstums und der Treue. Er vergisst uns nicht, auch wenn wir uns manchmal vergessen fühlen. Lasst euch ermutigen vom Gleichnis des Senfkorns: Aus dem Kleinsten kann das Größte erwachsen. Möge Benjamins strahlendes Lächeln und sein sanfter Geist uns daran erinnern, dass die Liebe Gottes uns immer umgibt und dass selbst in den schwierigsten Zeiten ein kleines Senfkorn der Hoffnung zu einem großen Baum des Trostes heranwachsen kann. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne und behüte euch, er lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig. Er wende euch sein Angesicht zu und schenke euch seinen Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.