Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr sei mit euch allen! Mit diesem Kreuzzeichen beginnen wir unsere Zeit des Gebets und des Hörens auf Gottes Wort.
Herr, erbarme dich unser. Christus, erbarme dich unser. Herr, erbarme dich unser.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages sprechen auf eine sehr direkte Weise zu uns über das Hören und das Fruchttragen. Im Evangelium hören wir Jesus die Parabel vom Sämann erklären. Er spricht von verschiedenen Arten von Boden: dem Weg, dem felsigen Grund, den Dornen und dem guten Boden. Und er sagt uns ganz klar: „Der auf guten Boden gesäte Samen aber ist der, der das Wort hört und es versteht und dann Frucht bringt, hundertfach, sechzigfach oder dreißigfach.“
Was für eine Herausforderung! Es geht nicht nur darum, das Wort Gottes zu hören, sondern es zu verstehen – es in unserem Herzen aufzunehmen, damit es Wurzeln schlagen und Frucht tragen kann. Und das ist gar nicht so einfach, oder? Da sind die Ablenkungen des Alltags, die Sorgen, die Nöte, die uns wie Dornen ersticken können. Da sind die Schwierigkeiten, die uns wie felsiger Boden daran hindern, tiefe Wurzeln zu schlagen.
Und die erste Lesung aus dem Buch Jeremia? Sie ist ein Ruf zur Umkehr, eine Einladung, zu Gott zurückzukehren, der verspricht: „Ich will euch Hirten nach meinem Herzen geben, die euch weise und klug weiden.“ Gott will, dass wir zu ihm zurückkehren, dass wir auf ihn hören, damit er uns führen und nähren kann. Er will uns Hirten geben, die uns helfen, auf gutem Boden zu stehen und Frucht zu tragen.
Fünf Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Fünf Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen Verlust spüren. Wir alle tragen unsere Lasten, unsere Sorgen, unsere Fragen. Und gerade in diesen Momenten dürfen wir uns fragen: Wie können wir auf gutem Boden stehen, wenn unser Herz so schwer ist? Wie können wir Frucht tragen, wenn der Schmerz so tief sitzt?
Benjamin Vo war ein Junge, der in seinem jungen Leben eine unglaubliche Neugier und einen scharfen Verstand hatte. Seine Familie erinnert sich, wie er sich mit seinem Vater über komplexe Themen wie KI und Cloud-Infrastruktur unterhielt. Diese Fähigkeit, tief zu verstehen, nicht nur oberflächlich zu hören, sondern wirklich zu begreifen, ist ein Echo dessen, was Jesus uns heute im Evangelium lehrt. Benjamin war jemand, der das Leben, die Welt, die Technik, mit einem solchen Verständnis aufnahm, dass es in ihm Frucht trug – in seiner Freude, in seiner Intelligenz, in seiner Art, die Dinge zu durchdringen.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Gottes Wort ist wie der Samen, der auf guten Boden fällt. Es ist eine Verheißung, die in eurem Herzen Wurzeln schlagen will, auch jetzt, in dieser Zeit der Trauer. Lasst die Erinnerung an Benjamins tiefes Verständnis und seine Freude am Leben euch daran erinnern, dass Gott euch nicht allein lässt. Er ist der Hirte, der euch weise und klug weiden will, wie es Jeremia verspricht. Er will euren Schmerz in Hoffnung verwandeln, damit ihr weiterhin Frucht tragen könnt, besonders für Ryan, der seine Eltern jetzt mehr denn je braucht.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott sieht euren Kampf. Er weiß um die Dornen der Angst und die felsigen Böden der Verzweiflung. Aber er ruft euch, zu ihm zurückzukehren, auf sein Wort zu hören und es zu verstehen. Er ist der Herr, der euch helfen will, auf gutem Boden zu stehen, damit ihr Trost, Stärke und Hoffnung findet. Möge Benjamins Leben, seine Fähigkeit zu verstehen und seine Freude am Lernen uns daran erinnern, dass Gott uns immer nahe ist und dass sein Wort uns auch in den schwierigsten Zeiten trägt. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns und behüte uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Er wende uns sein Angesicht zu und schenke uns Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.