Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Herzlich willkommen zu unserer Liturgie des Wortes. Möge die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes mit euch allen sein.
Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Herr, erbarme dich. Christus, du bist die Auferstehung und das Leben. Christus, erbarme dich. Herr, du bist der Weg zur ewigen Freude. Herr, erbarme dich.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages stellen uns vor eine tiefgreifende Frage: Was verlangt der Herr wirklich von uns? Im Buch Micha hören wir Gottes Anklage an sein Volk: „Mein Volk, was habe ich dir getan, womit habe ich dich ermüdet? Antworte mir!“ Und dann die Antwort, die uns alle betrifft: „Dir ist gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir verlangt: Nichts anderes als Gerechtigkeit üben, Güte lieben und achtsam mit deinem Gott gehen.“ Gerechtigkeit, Güte, Demut – das ist der Kern.
Und dann im Evangelium erleben wir, wie einige Schriftgelehrte und Pharisäer von Jesus ein Zeichen fordern. Sie suchen nach etwas Spektakulärem, etwas, das ihre Erwartungen erfüllt. Doch Jesus weist sie zurecht: „Ein böses und untreues Geschlecht fordert ein Zeichen.“ Er verweist auf das Zeichen des Propheten Jona und auf die Königin des Südens, die von weit her kam, um die Weisheit Salomos zu hören. Jesus macht deutlich: Das größte Zeichen, die größte Weisheit, ist bereits mitten unter ihnen, in seiner Person, in seinem Wort, in seiner Liebe. Es geht nicht um äußere Wunder, sondern um die innere Haltung des Herzens, um Umkehr und das Hören auf die Wahrheit, die Gott uns schenkt.
Was für eine Herausforderung für uns alle! Suchen wir auch manchmal nach großen Zeichen, während das Wesentliche, das Gott von uns verlangt, oft so einfach und doch so schwer ist: Gerechtigkeit üben, Güte lieben und demütig mit ihm gehen? Es ist die Einladung, nicht nach dem Außergewöhnlichen zu jagen, sondern das Gewöhnliche, das Alltägliche, mit Gottes Geist zu erfüllen.
Fünf Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Fünf Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen Verlust spüren. Wir alle haben unsere Fragen, unsere Sehnsüchte, vielleicht auch unsere Suche nach einem Zeichen. Und doch lehrt uns Benjamins Leben, was es bedeutet, Güte zu lieben und demütig zu gehen. Er war ein Junge, der eine unglaubliche Neugier besaß, ein brillanter Geist, der sich für die Welt begeisterte. Seine Familie erinnert sich, wie er mit seinem Vater Flughäfen besuchte, um die Wunder der Technik zu bestaunen – eine kindliche, reine Freude am Entdecken. Diese Neugier, diese offene Haltung gegenüber der Welt und dem Leben, ist ein Ausdruck einer demütigen Haltung, die offen ist für das, was Gott uns zeigt, nicht nur in großen Wundern, sondern in den kleinen Dingen des Alltags.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Gott verlangt von euch keine großen Opfer, keine lauten Zeichen. Er verlangt von euch, in dieser Zeit der Trauer die Güte zu lieben, die euch verbindet, und demütig mit ihm zu gehen. Er ist da, um euch Kraft zu geben, um euch zu zeigen, dass in der Liebe, die Benjamin euch geschenkt hat, ein tiefes Zeichen seiner Gegenwart liegt. Lasst diese Liebe euch tragen, besonders für Ryan, der seine Eltern jetzt mehr denn je braucht.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott ist mit euch. Er ist nicht der Gott, der ferne Zeichen sendet, sondern der Gott, der in der Güte und Demut eurer Herzen gegenwärtig ist. Er hält euch in seinen Händen und lädt euch ein, auf ihn zu vertrauen. Möge Benjamins Leben, seine Neugier und seine Liebe uns daran erinnern, dass Gott uns immer nahe ist und dass das größte Zeichen seine unendliche Liebe ist, die uns niemals im Stich lässt. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben. Amen. Gehet hin in Frieden, um den Herrn zu lieben und ihm zu dienen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.