Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr sei mit euch allen! Es ist eine Freude, dass wir heute zusammenkommen, um das Wort Gottes zu hören und in Gemeinschaft zu beten.
Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages zeigen uns auf eindringliche Weise die Kontraste menschlichen Handelns und göttlicher Barmherzigkeit. Im Buch Micha hören wir von denen, die Unrecht planen, die Felder begehren und Häuser rauben. Es ist eine harte Anklage gegen Ungerechtigkeit und Gier, und die Folgen sind deutlich: „Wehe denen, die Unheil planen.“
Das Evangelium hingegen offenbart uns eine ganz andere Haltung. Die Pharisäer nehmen Ratschlag gegen Jesus, um ihn zu töten. Doch Jesus, anstatt sich zu wehren oder zu kämpfen, zieht sich zurück. Er heilt die Menschen, die ihm folgen, und warnt sie, ihn nicht bekannt zu machen. Hier erfüllt sich das Wort des Propheten Jesaja: „Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“
Was für ein starkes Bild! Jesus kommt nicht mit Gewalt, nicht mit lauten Rufen oder Streit. Er ist der sanfte Diener Gottes, der die Schwachen nicht zerbricht, sondern ihnen Hoffnung gibt. Er löscht nicht das letzte Fünkchen Leben aus, sondern bewahrt es. Das ist die Art und Weise unseres Herrn: sanftmütig, heilend, voller Erbarmen.
Fünf Wochen sind vergangen, seit unser lieber Benjamin von uns gegangen ist. Fünf Wochen, in denen seine Familie und Freunde diese Stille, diesen Verlust spüren. Wir alle tragen unsere Lasten, unsere Sorgen, unsere Fragen. Und gerade in diesen Momenten dürfen wir uns an dieses Bild Jesu erinnern: Er zerbricht kein geknicktes Rohr. Er löscht keinen glimmenden Docht aus.
Benjamin war ein Junge, der eine tiefe, unerschütterliche Freundlichkeit in sich trug. Seine Familie erinnert sich an sein strahlendes Lächeln, das mühelos glücklich war, und an seinen tiefen Respekt für seine Eltern. Dieses Lächeln, diese Freundlichkeit, war wie ein glimmender Docht, der Licht in die Welt brachte. Es war ein Ausdruck der Sanftheit, die auch Jesus in sich trug. Benjamins Leben, auch wenn es kurz war, war ein Zeugnis dieser sanften, liebenden Gegenwart, die Gott in die Welt sendet.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Jesus sieht euren Schmerz. Er sieht die Trauer, die euch wie ein geknicktes Rohr fühlen lässt. Aber er wird euch nicht zerbrechen. Er sieht das Fünkchen Hoffnung, das noch in euch glimmt, und er wird es nicht auslöschen. Er ist bei euch, um euch zu heilen, um euch zu trösten, um euch Kraft zu geben, besonders für Ryan, der seine Eltern jetzt mehr denn je braucht. Er ist derjenige, in dessen Namen die Völker hoffen.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Ihr seid nicht allein. Gott ist mit euch. Er ist der sanfte Heiler, der euch in euren dunkelsten Stunden hält. Möge Benjamins friedlicher Geist und sein Leben uns alle daran erinnern, dass Gottes Liebe uns niemals im Stich lässt und dass in seiner Sanftheit Trost und unerschütterliche Hoffnung zu finden sind. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne euch und behüte euch. Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig. Der Herr wende euch sein Angesicht zu und schenke euch seinen Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.