Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Der Herr sei mit euch allen! Es ist eine Freude, dass wir uns heute hier versammeln, um auf sein Wort zu hören und im Gebet verbunden zu sein.
Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich.
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
Die Lesungen des heutigen Tages berühren uns auf eine sehr tiefe Weise. Im ersten Lesung hören wir von König Hiskija, der todkrank ist und dem der Prophet Jesaja sagt, er solle sein Haus in Ordnung bringen, denn er werde sterben. Hiskija wendet sich in seiner Verzweiflung an Gott, weint bitterlich und betet. Und was geschieht? Gott hört sein Gebet, sieht seine Tränen und schenkt ihm fünfzehn weitere Lebensjahre. „Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen“, spricht der Herr. Welch eine Zusage!
Und dann im Evangelium erleben wir Jesus, wie er mit seinen Jüngern an einem Sabbat durch ein Kornfeld geht. Die Jünger sind hungrig und pflücken Ähren. Die Pharisäer verurteilen sie sofort, weil sie angeblich das Sabbatgebot brechen. Doch Jesus antwortet ihnen mit einer tiefen Wahrheit: „Ich will Barmherzigkeit, nicht Opfer.“ Er sagt uns, dass etwas Größeres als der Tempel hier ist, und dass der Menschensohn der Herr über den Sabbat ist. Es geht um die Barmherzigkeit, um die Liebe, die das Gesetz übersteigt.
Diese beiden Lesungen sprechen zu uns über Gottes unermessliche Barmherzigkeit und seine Bereitschaft, unser Leben zu berühren, auch in unseren dunkelsten Stunden. Sie zeigen uns, dass Gott nicht nur ein Gott der Regeln ist, sondern ein Gott, der hört, der sieht, der sich erbarmt und der Leben schenkt. Er ist der Herr des Lebens, der sogar die Zeit zurückdrehen kann, wie bei Hiskija, und der uns lehrt, dass die Liebe über allen Gesetzen steht.
Vor vier Wochen ist unser lieber Benjamin von uns gegangen. Vier Wochen, in denen seine Familie und Freunde diesen Verlust spüren und die Welt vielleicht stillzustehen scheint. Wir fragen uns, wie wir mit diesem Schmerz umgehen sollen, wie wir weiterleben können. Und doch, inmitten dieser Fragen, hören wir heute Gottes Zusage: „Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen.“
Benjamin war ein Junge mit einem so sanften Herzen. Seine Familie erinnert sich, wie tief er empfinden konnte, wie er mit nur zwölf Jahren bei Vaters Geburtstag weinte, aus einer frühen Angst, ihn zu verlieren. Diese tiefe Empathie, diese Fähigkeit zur Liebe, ist ein Echo der Barmherzigkeit Gottes selbst. Benjamins Leben, auch wenn es kurz war, war erfüllt von dieser Liebe, die er empfangen und weitergegeben hat. Er hat uns gezeigt, dass es nicht auf die Länge des Lebens ankommt, sondern auf die Intensität der Liebe, die wir leben.
Liebe Thao und Alan, lieber Ryan, sein Bruder, liebe Tanten, Onkel und alle, die Benjamin geliebt haben: Gott sieht eure Tränen. Er hört euer Gebet. So wie er Hiskija hörte, so hört er auch euch. Er ist der Gott der Barmherzigkeit, der euch in eurem Schmerz nicht allein lässt. Er ist der Herr des Lebens, der auch im Verlust Hoffnung schenkt. Die Liebe, die ihr für Benjamin empfindet, ist ein Geschenk Gottes, und sie bleibt bestehen, sie ist stärker als der Tod. Lasst diese Liebe euch tragen, besonders für Ryan, der seine Eltern jetzt mehr denn je braucht.
Und an alle, die heute von fern zuschauen, besonders an andere Kinder, die leiden, und an jede Familie, die ein schweres Kreuz trägt: Gott ist mit euch. Er ist der Herr des Sabbats, der Herr der Barmherzigkeit, der uns lehrt, dass die Liebe immer den Vorrang hat. Er hält euch in seinen Händen. Möge Benjamins sanfter Geist und sein Leben uns daran erinnern, dass Gott uns immer nahe ist, und dass in seiner Barmherzigkeit Trost und neue Hoffnung zu finden sind. Amen.
For the intentions entrusted to Ben on our prayer wall:
Dem Gebot des Herrn gehorsam und getreu seinem göttlichen Wort, wagen wir zu sprechen:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Der Herr segne und behüte euch. Er lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig. Er wende euch sein Angesicht zu und schenke euch Frieden. Amen.
✝ Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.